European
Wolf
Newsletter
Europäische Untergruppe der IUCN Wolf Specialist Group
Ausgabe 2 September 95

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Inhalt
Vorwort
(von Christoph Promberger)
Europäische Wolfliteratur
(von Dr. Henryk Okarma)
Ankündigung: Konferenz über europäische Wolfswanderungen
Konferenz in NeuchÉtel, Schweiz.
Bücher, Broschüren und Merkblätter
Aktuelle Wolf-Ressourcen
Wissenschaftliche Wolfsliteratur
Wissenschaftliche Publikationen
Nachrichten
aus verschiedenen Ländern
Projekte
aus verschiedenen Ländern
Frankreich
Die Rückkehr der Wölfe

Kroatien
Wolf in Kroatien unter vollen Schutz gestellt

Schottland
Wiedereingliederung des Wolfs im Waldökosystem der Highlands

Deutschland/Europa
Öffentlichkeitsarbeit und Spendenaufrufe

England
Die Highland-Wolf-Stiftung (HWF)

England/Alpen
Wolfswanderung

Estland
Wolfspopulation steigt an

Minnesota/Kroatien
Duro Huber als Gastsprecher im International Wolf Center

Polen
Wolfsökologie (östliche Karpaten)
Wolfsökologie (Urwald von Bialowieza)
Netze - eine neue Fangmethode für Wölfe

Rumänien
Ökologie und Interaktion mit Menschen (Karpaten)

Slowakei
Wolfsökologie und Herdenschutzhunde

 


Vorwort

Liebe Wolfsfreunde,

nach dem Erscheinen der ersten Ausgabe dieses Newsletters habe ich viele ermutigende Zuschriften erhalten die zeigen, daß Bedarf für ein solches Kommunikationsmedium besteht. Wir haben weitergemacht und hier ist die zweite Ausgabe.
Kroatien kann den größten Erfolg im Wolfsschutz seit Gründung des European Wolf Networks im Jahre 1992 feiern. In Kroatien ist der Wolf nun seit 17. Mai 1995 vollständig geschützt. Herzlichen Glückwunsch an Duro Huber und seine Croatian Wolf Group, die für diesen Meilenstein europäischen Wolfsschutzes verantwortlich sind. Duro hat immer die internationale Wichtigkeit der Erhaltung der kroatischen Wölfe betont und wurde vom European Wolf Network unterstützt. Der Erfolg zeigt, wieviel mehr durch internationale Zusammenarbeit erreicht werden kann und wie wichtig ein Netzwerk ist.
Im September werden sich Wolfs-Wiedereingliederungs-Spezialisten und Repräsentanten der Regierungen in NeuchÉtel, Schweiz, treffen. Sie werden für die Regierungen eine Wiedereingliederungsstrategie des Wolfes ausarbeiten die aufzeigen soll, wie die Wolfsausbreitung zu handhaben ist. Mit einer solchen Ausarbeitung sollte es viel einfacher werden, die entsprechenden Verwaltungen davon zu überzeugen, Wiedereingliederungs- und Management-Pläne einzurichten. Und das ist es, was wir für eine Koexistenz von Wölfen und Menschen brauchen.
Einmal mehr vielen Dank an Europe Conservation France für die finanzielle und logistische Unterstützung sowie and Barbara Douglas und Carl Willis für das Korrigieren unseres Englischs und an Andreas Zedrosser und Kay-Uwe Hartleb für die organisatorische Hilfe.

Christoph Promberger

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Europäische Wolfliteratur

Das European Wolf Network ist eine großartige Idee, um Wolfs-Interessierte zusammenzubringen. Aber es ist auch eine einmalige Chance um zusammenzufassen, was in Europa im Bereich der Wolfsforschung getan wurde. Wir alle brauchen solche Informationen, nicht nur Wissenschaftler, auch die Öffentlichkeit. In einer Reihe von Ländern sind Wissenschaftler dabei, Projekte zur Erforschung verschiedener Aspekte der Wolfsbiologie ins Leben zu rufen. Diese Leute sind oft "Neulinge"; sie brauchen Informationen darüber wo, was und wie Ergebnisse bereits erzielt wurden. Sogar Biologen, die lange mit Wölfen gearbeitet haben, sind nicht immer über wichtige Resultate, die in den Heimatsprachen ihrer Nachbarstaaten veröffentlicht wurden im Bilde. Deshalb biete ich an, eine verläßliche Bibliographie aller europäischen wissenschaftlichen Quellen über Wölfe zusammenzutragen (die allerdings keine populären Artikel umfaßt). Ich habe bereits eine große Anzahl Wolfsliteratur verschiedener Länder gesammelt und würde gern all diejenigen, die an einem europäischen Wolf Netzwerk interessiert sind bitten, mir vollständige Auflistungen wissenschaftlicher Wolfs-Literatur ihrer eigenen Länder zukommen zu lassen (alles, was nach 1945 veröffentlicht wurde). Wenn eine Veröffentlichung nicht in englischer, deutscher oder französischer Sprache ist, geben Sie mir zusätzlich bitte eine englische Übersetzung des Titels und bis zu 5 Schlüsselworte zum Inhalt. Wenn möglich, hätte ich auch gern Kopien dieser Veröffentlichungen.
Diese Literaturdatei wird dann jedermann über das Internet zur Verfügung stehen und wenn Sie mir eine Diskette zusenden werde ich Ihnen die neueste Version der Bibliographie europäischer Wolf-Literatur in Papyrus Bibliographical System V7.0.2 und/oder Word Perfect 5.1 Format zurückschicken. (Ich brauche nur eine schriftliche Erklärung, daß Sie eine Originalversion dieser Software besitzen). Ich freue mich darauf, das Netzwerk weiter mit aufbauen zu helfen.

Dr. Henryk Okarma
Mammal Research Institute
Polish Academy of Sciences
17-230 Bialowieza
POLEN

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Ankündigung: Konferenz über europäische Wolfswanderungen

Vom 17. bis 20. September 1995 wird eine internationale Konferenz über europäische Wolfswanderungen in NeuchÉtel, Schweiz, abgehalten werden. Auf der Konferenz wird es einen Tag mündliche Präsentationen und Postersitzungen am Abend geben. Das European Wolf Network wird einen zweitägigen Workshop zusammen mit Wolfsschutz-Experten aus aller Welt und Repräsentanten von europäischen Naturschutzbehörden leiten, um eine Strategie zu entwerfen, die den Behörden helfen soll, die Wolfsexpansion korrekt zu handhaben. Die Präsentation wird im Workshop inbegriffen sein. Am letzten Tag der Konferenz wird die IUCN/SSC Wolf Specialist Group ihre Jahresversammlung für 1995 abhalten.

(Organisiert von Jean-Marc Landry, Viaduc 58, CH-2740 Moutier)

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Nachrichten

Frankreich
Die Rückkehr der Wölfe

Der Wolf in Frankreich wurde in den 1930er Jahren im Frankreich durch Menschenhand ausgerottet. Jetzt, um die 70 Jahre später, leben Wölfe wieder gefestigt in den Maritime Alpen an der französisch/italienischen Grenze. Sie wanderten von Italien ein, wo die Zahl der Wölfe in den letzten 20 Jahren zugenommen hat. Am Ende des Wintes 1993-94 wurden in Frankreich sechs Wölfe beobachtet, die das erste Rudel bildeten. Während des letzten Winters (1994-95) stellten ein Rudel mit acht und ein anderes mit mindestens zwei Mitgliedern die gesamte Wolfspopulation. Das von den Wölfen beanspruchte Gebiet betrug mindestens 250 km² während des letzten Winters. 60.000 bis 70.000 Schafe grasen während des Sommers im Nationalpark, 20.000 von ihnen in Reichweite der Wölfe. Das französische Umweltministerium finanziert durch das Budget des Nationalparks zahlreiche Schutzsysteme, die für die in den Wolfsgebieten arbeitenden Schäfer gedacht sind. Des weiteren werden Entschädigungen vom "Fonds Français pour la Nature et l’Environment" gezahlt. Sechsunddreißig Tiere wurden 1993 anscheinend von Wölfen getötet, wofür 57,200 französische Franc (USD $11000, ca. 19.000 DM) an Schäfer gezahlt wurden. Im Jahre 1994, in dem 98 Schafe getötet und 24 verletzt wurden (von denen 21 den Folgen ihrer Verletzungen erlagen), stiegen die Ausgleichszahlungen auf rund 200.000 FF (ungefähr 40.000 $US, ca. 65.000 DM) an. Zwischen Januar und Anfang Juni 1995 wurden bereits 50 Schafe getötet und 24 verletzt.

(B. Lequette, T. Houard, M.L. Poulle und T.Dahier, Parc National du Mercantour, Service Scientifique, 23 rue d’Italie, B.P. 316, F-06006 Nice)

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Kroatien
Wolf in Kroatien unter vollen Schutz gestellt

Nachdem die "Croatian Wolf Group" 1994 zum "Jahr des Wolfes" erklärte und am 28. Januar 1994 den "Vorschlag für den gesetzlichen Schutz des Wolfes in Kroatien" dem Parlament unterbreitete, geht das Leben der Wölfe nun allmählich einen vielversprechenderen Weg. Zuerst wurde der Wolf im neuen Jagdrecht von 1994 von der Liste jagdbaren Wilds gestrichen. Am 17. Mai 1995 dann wurde der Wolf nach dem Naturschutzgesetz geschützt. Jegliche Aktion, die einem Wolf Schaden zufügt, wird nun als Straftat mit Geldstrafen von bis zu 35.000 $US geahndet. Gesetzlicher Schutz allein wird die Wölfe jedoch nicht schützen. Es wird nun immer wichtiger, intensiv an dem Kroatischen Wolfmanagement-Plan zu arbeiten. Wir wissen, daß die Probleme mit dem ersten von Wölfen verursachten Schaden beginnen werden, wenn der Staat um Ausgleichszahlungen gebeten wird. Wir sollten zum Abschluß kommen, bevor jemand zu zweifeln beginnt, ob der Schutz der Wölfe eine korrekte Entscheidung war.

(Duro Huber, Biology Department, Veterinary Faculty, Heinzelova 55, HR-10000 Zagreb)

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Schottland
Wiedereingliederung des Wolfs im Waldökosystem der Highlands

Letzten Winter wurden Wolf Schröder und Christoph Promberger von der Wildbiologischen Gemeinschaft München in die schottischen Highlands von einer Gruppe unabhängiger Ökologen eingeladen, die sich dafür engagieren, das Wald-Ökosystem in den Highlands restaurieren. Wir waren sehr interessiert an dem Regenerationsprojekt für die einheimischen Wälder, der Notwendigkeit, die Anzahl des Rotwilds zu reduzieren und auch der Debatte über die Rolle der ausgestorbenen Säugetiere für die Ökologie in der Zukunft der schottischen Wälder. Es gab eine lebhafte Diskussion über die Vorzüge der Wiedereinbürgerung verschiedener Tierarten, unter anderen Bieber, Wildschwein und Wolf. Während unseres Besuchs, bei dem wir von Roy Dennis in viele Regionen der schottischen Highlands geführt worden, stimmten wir mit den örtlichen Ökologen überein, daß die Anforderungen an Lebensraum und Nahrung für die meisten der in Frage kommenden Spezies gegeben sind. Außerdem stimmen wir zu, daß die Ansichten der örtlichen Gemeinden von höchster Wichtigkeit sind und jeglicher Wiedereingliederungsvorschlag eindringliche Diskussionen und Debatten erfordert. Das ist insbesondere für den Wolf der Fall, wo Konflikte mit den momentanen Methoden der Schafs-Landwirtschaft für die Bauern von besonderem Interesse sind. Die Leute die wir trafen waren darüber besorgt, daß der dieser Prozess nicht von den Leuten außerhalb der Highlands und speziell von England unterstützt und die Wiedereingliederungspläne auf die örtliche Bevölkerung der Highlands geschoben würden. Es war ermutigend zu sehen, daß eine Gruppe örtlicher Tierschützer unbeirrt weiterarbeitet, um die Wiedereingliederung der ausgestorbenen Säugetiere voranzutreiben. Die erfolgreichen Wiederherstellungsprogramme für den roten Milan und den Weißschwanz-Adler zeigen den Wunsch nach Wiedergutmachung der Geschehnisse der Vergangenheit in Schottland.

(Christoph Promberger und Wolfgang Schröder, Wildbiologische Gemeinschaft München, Linderhof 2, 82488 Ettal)
Lesen Sie dazu auch den Projektteil "England"

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Projekte

Deutschland/Europa
Öffentlichkeitsarbeit und Spendenaufrufe

Die EG hat den Wolf zu einer in Europa besonders gefährdeten Art erklärt. Es liegt jedoch auf der Hand, daß gesetzlicher Schutz nicht ausreicht, eine Spezies schützen zu helfen, die noch immer als Feind der Menschen gilt. Dehalb hat sich Euronatur (europäisches Naturerbe) - eine europaweit agierende Organisation für Naturschutz - mit erfahrenen Biologen und Wolfsschützern des European Wolf Network zusammengetan. Die Hauptaufgabe von Euronatur ist es, auf die Behörden und die gesamte Öffentlichkeit durch umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit Einfluß zu nehmen. Mit diesem Informations- und Wissensaustausch wird Bildung und Werbung für den Wolf mit dem Erreichen finanzieller Unterstützung durch private Spender und Institute kombiniert, um die praktische Arbeit der Wildbiologischen Gemeinschaft München und anderen Institutionen des European Wolf Networks zum Schutz einer der eindrucksvollsten Wildtiere unseres Kontinents zu unterstützen.

(Martin Schneider-Jacoby und Susanne Heß, Euronatur, Güttinger Straße 19, 79315 Radolfzell, Deutschland)

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England
Die Highland-Wolf-Stiftung (HWF)

Die letzten Wölfe starben England im 17. Jahrhundert aus. Das Ziel der HWF ist es, ihre Wiedereingliederung in den schottischen Highlands voranzubringen. Die schottischen Highlands sind ein Gebiet von 25,000 km² Fläche, die größte und gleichzeitig am spärlichsten besiedelte Region in Europa (Rußland und Skandinavien einmal ausgenommen), und gut versorgt mit großen wildlebenden Beutetieren. Im Gegensatz zu anderen Gebieten Europas würden Wölfe hier also viel Lebensraum haben, minimale Probleme mit der Ausbreitung des Menschen und reichlich Beute. Die Stiftung wurde im Herbst 1994 als ein Projekt des "Carnivore Wildlife Trusts" gegründet. "Trees for Life", eine schottische Organisation, die daran arbeitet, den Kaledonischen Wald wiederherzustellen, ist ein Partner der Stiftung und mehrere britische Wolfschutzgesellschaften und -leute sind beigetreten. Unsere unmittelbares Ziel ist es, 35.000 Pfund (US $ 52.000 / ca. 90.000 DM) zusammenzubringen, um eine Studie über den Umwelteinflüsse in Auftrag geben zu können. Unser langfristiges Ziel ist es, wenn die ersten Wölfe zurück sind, ein Bildungszentum über Wölfe in den Highlands zu errichten. Eine Wolfspopulation würde ein Einkommen, Arbeitsplätze und andere Nutzen für die Highlands bringen und sich auf lange Sicht durch Ökotourismus bezahlt machen; die Einnahmen durch Besucher werden in eine Stiftung für Ausgleichszahlungen an Bauern und den Wolfsschutz fließen. Es wurde viel in Zeitungen, Radio und Fernsehen über den HWF berichtet. Letzten März hatten wir in Schottland das erste öffentliche Treffen, um eine Wiedereingliederung des Wolfs zu erörtern. Ein paar Tage später machte der Fernsehsender BBC eine landesweite Telefonumfrage und 75 Prozent der Befragten stimmten für eine Wiedereingliederung des Wolfes.

(Roger Panaman, Highland Wolf Fund, 35 Church St, Kidlington, Oxford, Britain)
Lesen Sie dazu auch den Nachrichtenteil "Schottland"

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England/Alpen
Wolfswanderung

1000 Kilometer durch die Alpen für den Schutz der europäischen Wölfe. Englische Musher (Hundeschlittenführer) und die Wildbiologische Gemeinschaft München organisieren für Februar/März 1996 eine Expedition von Mensch und Hund in den Alpen. Das Ziel dieser Unternehmung ist es, Spenden zusammenzubringen und das öffentliche Augenmerk auf den Wolfsschutz zu richten. Drei Teams englischer Abenteurer machen sich an die Aufgabe, 1000 km zwischen Turin und Wien durch die schneebedeckten Berge in Begleitung von sibirischen Huskies zurückzulegen.

(Mark Millington, London, England; Kay-Uwe Hartleb, Wildbiologische Gemeinschaft München, Linderhof 2, 82488 Ettal, Deutschland)

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Estland
Wolfspopulation steigt an

Wegen der abnehmenden Verfolgung von Wölfen scheint die Zahl der Wölfe in Estland über die letzten fünf Jahre hinweg zugenommen zu haben. Die Hauptursachen für die verminderte Bejagung der Wölfe waren die Abschaffung von Abschußprämien, eine wesentliche Verteuerung von Benzin, was die Mobilität vieler Jäger einschränkte, und die Auflösung von Wolfsjagd-Gruppen in Jagdverbänden. Außerdem werden die milden Winter für das Ansteigen der Wolfsanzahl verantwortlich gemacht. Durch die größere Wolfspopulation hat sich natürlich auch der an Nutzvieh angerichtete Schaden erhöht und wird sich vielleicht gar noch weiter erhöhen. Die Öffentlichkeit fordert zunehmend Wolfskontrolle z.B. durch gezielte Tötung der Wolfswürfe.

(Ilmar Rootsi, Estonian Naturalists Society, K.E. v. Baeri 1-4, EE-2400 Tartu)

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Minnesota/Kroatien
Duro Huber als Gastsprecher im International Wolf Center

Duro Huber von der Croatian Wolf Group wurde als internationaler Gastsprecher für 6 Wochen in diesem Sommer ins International Wolf Center in Ely, Minnesota eingeladen. Er wird außerdem die Gelegenheit bekommen, ihr Wolfsforschungsteam zu begleiten und Fang- und Verfolgungsmethoden zu erlernen.

(Duro Huber, Biology Department, Veterinary Faculty, Heinzelova 55, HR-41000 Zagreb)

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Polen
Wolfsökologie (Östliche Karpaten)

Diese Studie wird bereits seit 1988 in den Bergen von Bieszczady (im Biosphären-Reservat "Östliche Karpaten) durchgeführt. Die Ernährung der Wölfe, Beutewahl und die Interaktion von Wölfen mit Nutzvieh (einschließlich des Effektivität von Herdenschutzhunden bei der Verteidigung von Schafherden) wurden untersucht, ebenso Rudel- und Territoriumsgröße eines Wolfsrudels basierend auf Spurensuche im Schnee. Der Einfluß der Jäger auf die Anzahl der Wölfe wurde ebenfalls überwacht. Auf dieser Studie basierend wurde ein Wolfsschutz-Plan für die Krosno-Provinz (die auch die Berge von Bieszczady mit einschließt) ausgearbeitet. Die Wolfstudie wird mit dem Einsatz von Radiotelemetrie fortgesetzt werden.

(Wojciech Smietana, Institute of Nature Conservation, Polish Academy of Sciences, Lubicz 46, PL-31-512 Krakow)

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Polen
Netze - eine neue Fangmethode für Wölfe

Durch Verfolgung von Schneespuren und Einsatz von Telemetrie konnten wir Wölfe an ihren Tagruhestätten ausfindig machen und das Waldgebiet um die Wölfe herum mit Seilen eingrenzen, an denen Fahnen befestigt waren. Aus ungeklärten Gründen fürchten sich Wölfe vor diesen mit Fahnen versehenen Seilen und werden diese Barriere nicht durchqueren. An einer Stelle wird das Seil durch 100 Meter lange und 3 Meter hohe Netze ersetzt. Dann werden die Wölfe von einer Reihe Treiber in Richtung der Netze getrieben, wo sie sich schließlich verfangen. Wir haben mit dieser Methode letzten Winter mehrere Wölfe fangen und einen von ihnen mit einem Telemetriehalsband ausstatten können. Nun sind wir dabei, die Methode zu verbessern und hoffen, daß der Wolfsfang mittels Netzen ein wichtiges ergänzendes Werkzeug sein könnte.

(Henryk Okarma, Mammal Research Institute, Polish Academy of Sciences, PL-17-230 Bialowieza)

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Polen
Wolfsökologie (Urwald von Bialowieza)

Seit März 1994 wurden drei Wölfe mit Funkhalsbändern versehen. Zwei Wölfe wurden in modifizierten Schwarzbär-Fußangeln gefangen und einer wurde mit Netzen gefangen. Für letzteres haben wir eine alte Methode, Wölfe mit Hilfe von mit bunten Fähnchen versehenen Seilen in Netze zu treiben genutzt (siehe auch: Nachrichten). Im Februar 1995 fiel das Funkhalsband des ersten Wolfs nach nur 11 Monaten Betrieb aus. Kurze Zeit später fingen wir einen weiteren Wolf dieses Rudels. Die Standorte dieses Wolfs und eines zweiten Wolfes aus einem anderen Rudel werden täglich ermittelt. Zusätzlich wird einmal monatlich jeder Wolf fünf Tage lang durchgehend verfolgt. Das eine Rudel hat 6 oder 7 Mitglieder, das andere besteht aus 4 oder 5 Tieren. Wir ermitteln Daten über Aktivität, Territoriumsausnutzung und -größe. Beide Rudelterritorien sind um die 150-200 km² groß (Minimales konvexes Polygon mit 100% örtlicher Festlegung).

(Henryk Okarma and Wlodzimierz Jedrzejewski, Mammal Research Institute, Polish Academy of Sciences, 17-230 Bialowieza)

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Rumänien
Ökologie und Interaktion mit Menschen (Karpaten)

Das Projekt wurde vor einem Jahr begonnen und hat nun seine Anfangsphase mit der Schaffung der nötigen Infrastruktur abgeschlossen. Der erste mit einem Sender versehene Wolf der rumänischen Geschichte wurde auf einem Köderplatz von Jägern geschossen, nachdem wir begonnen hatten, ihn den Winter über zu verfolgen. Der Kadaver wurde geborgen und untersucht – es wurden keine Krankheiten festgestellt. Ein zweiter Wolf, das Alpha-Weibchen eines drei Individuen umpassenden Rudel, wurde im März 1995 mit einem Sender versehen. Sie grub eine Höhle und warf nicht einmal drei Kilometer der Stadt Brasov Junge, die mit 340.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt in Rumänien ist. Das Rudel beansprucht ein Gebiet von ungefähr 120 km², und es wohnen fast eine halbe Million Menschen am Rande seines Territoriums. Die haben sich komplett mit den Menschen arrangiert, reißen regelmäßig Schafe aus vier verschiedenen Herden in ihrem Territorium, überqueren Hauptverkehrsstraßen und Eisenbahnschienen und haben sogar das Wolfsgehege des Zoos von Brasov besucht. Ende Juni verlegte das Rudel seinen Rendevous-Platz an einen Punkt, der noch näher bei Brasov und nur 50 Meter entfernt von einem gut besuchten Touristen-Wanderweg liegt. Im Sommer werden wir unsere Arbeit auf die Untersuchung des Verhältnisses dieser Wölfe und den Menschen in dem Gebiet konzentrieren. Zum ersten Mal besuchten zwei englische Touristengruppen das Projekt als Station einer Reise durch die Karpaten. Der Ökotourismus soll durch das Projekt weiter vorangetrieben werden.

(Christoph Promberger, Munich Wildlife Society, Ovidiu Ionescu, Ion Munteanu, Doru Stancu - all I.C.A.S. Bucuresti, Sos. Stefanesti 128, RO-Bucharest, und Annette Mertens, Universität von Rom)

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Slowakei
Wolfsökologie und Herdenschutzhunde (Slo
wakische Karpaten)

Das Wolfsforschungsprojekt im Tatra National Park läuft bereits seit 1993. Die bisherigen Ergebnisse unseres mit Sendern ausgestatteten Wolfsrudel im Park weisen auf eine Rudelgröße von 10 Wölfen inklusive vier Welpen von 1994 hin. Das Territorium des Rudels wird auf 150 bis 180 Quadratkilometer geschätzt. Das Rudel hielt sich meist in den Waldgebieten in niedrigen Höhen auf. Wie aus Kotanalysen und gefundenen Wolfsrissen hervorgeht, ist das Hauptbeutetier der Wölfe der Rothirsch. Die meisten der Risse wurden in Talsohlen entlang des Flusses gefunden, der die polnisch-slowakische Grenze darstellt. In der Bergregion der Niederen Tatra werden nun neue Forschungen unternommen. Wir haben damit begonnen, Schneespuren der Wölfe zu verfolgen, Kotproben zu sammeln und Wolfsrisse ausfindig zu machen. Der Einsatz von Herdenschutzhunden wird wie im Tatra Nationalpark auch hier Anwendung finden.

(Slavomir Find’o, Forest Research Institute, Masarykova 22, 96092 Zvolen, und Günther Bloch, Gesellschaft zum Schutz der Wölfe, Von-Goltstein-Str. 1, 53902 Bad Münstereifel)

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Bücher, Broschüren und Merkblätter

 

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Englische Veröffentlichungen

Ecology and Conservation of Wolves in a Changing World (Ökologie und Schutz des Wolfes in einer sich wandelnden Welt) von L.N. Carbyn, S.H. Fritts und D.R. Seip (eds.)). Die Geschehnisse des "Zweiten Nordamerikanischen Wolf Symposium" von 1992. Sie zeigen die Geschichte des Wolfsmanagements in Nordamerika auf, eine Besprechung des Status des Wolfes in Kanada, den USA, Grönland und der Trans-Himalaya Region, Wiederherstellungsprogramme in Nordamerika, Wolf-Beute Interaktion, Taxonomie, Krankheiten und Physiologie, Forschungs- und Management-Techniken.

Vuk ili da li je crvenkapica pojela vuka? (Wolf - or did Little Red Ridinghood eat the Wolf? / Wolf - oder: hat Rotkäppchen den Wolf gefressen?) In Kroatisch und Englisch; herausgegeben vom "Croatian Natural History Museum", Demetrova 1, 10000 Zagreb. Eine Broschüre für die breite Masse, die eine Einführung in den Wolfsschutz und die "Croatian Wolf Group" bietet. Sie gibt außerdem einen Einblick in das Leben der Wölfe, die Beziehung von Menschen und Wölfen, dem Status von Wölfen in Kroatien und die Notwendigkeit, Wölfe zu schützen.

The Company of Wolves (Die Gesellschaft von Wölfen) von Peter Steinhart; Alfred A. Knopf, Inc. New York, ISBN 0-679-41881-4. Ein Buch über Leute, die mit Wölfen leben und arbeiten. P. Steinhart zeigt auf, warum diese scheue Tierart zum Mittelpunkt in der Debatte über Schutz und Nutzen der Wildnis wurde. Er beschreibt und diskutiert verschiedene Wiederherstellungsprogramme in Nordamerika und spricht mit einigen der "alpha" Wolfbiologen, mit Fallenstellern, Jägern und Bauern.

Französische Veröffentlichungen

Le Loup - son retour en france (The Wolf - its comeback in France. / Der Wolf - seine Wiederkehr nach Frankreich). Nur in Französisch erhältlich, 28pp; herausgegeben von der Société nationale de protection de la nature, BP 405, 75221 Paris Cedex 05. Eine Broschüre, die Informationen über die Geschichte der Wolfsausrottung, Verbreitung in Frankreich, Chronologie der Rückkehr des Wolfes, prinzipielle Biologie, Sozialverhalten, Aktivitätsmuster, Jagd und Nutzvieh.

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Wissenschaftliche Wolfsliteratur (1994)

Biquand, S.V., V. Urios, A. Boug, C. Vila, J. Castroviejo und I. Nader. 1994. Fishes as a diet of wolf (Canis lupus arabs) in Saudi Arabia. (Fische als Nahrung des Wolfes (Canis Lupus Arabs) in Saudi-Arabien). Mammalia 58 (3): 492-494 (Natl. Wildl. Res. Cent., P.O. Box 1086, Taif, Saudi Arabia)

Bobek, B., K. Perzanowski, Z. Kwiatkowski, A. Lesniak und B. Seremet. 1995. Economic Aspects of Brown Bear and Wolf Predation in Southeastern Poland. (Ökonomische Aspekte von Bär- und Wolfsjagd in südost-Polen). pp 373-375 in Bissonette, J.A. und P.R. Krausman (eds.): Integrating people and wildlife for a sustainable future. Proc. 1. Intern. Wildl. Mgmt. Congr. The Wildl. Soc., Bethesda, MD. (Dep. Wildl. Res., Jagiellonian Univ., Ingardena 6, 30-060 Krakau.

Chakraborty, G. und A. K. Das. 1994. Xylazine-Ketamine anaestesia in a tibetian wolf (Canis lupus chanco). Indian Vet. J. 71 (10): 1047 (ADVO, PNHZ Park, Darjeeling, Indien)

Clutton-Brock, J., A.C. Kitchener und J.M. Lynch. 1994. Changes in the skull morphology of the arctic wolf, Canis lupus arctos, during the twentieth century. (Änderungen in der Morphologie des Schädels des arktischen Wolfes (Canis Lupus Arctos) während der 20er Jahre). J. Zool. (Lond.) 233 (1): 19-36. (Dep. Zool., Nat. Hist. Mus., Cromwell Rd., London SW7 5BD, England)

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Die Inhalte entstammen dem European Wolf Newsletter, der von dem European Wolf Networkzum Druck aufbereitet und mit Hilfe von Europe Conservation France veröffentlicht wird.







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