European
Wolf
Newsletter
Europäische Untergruppe der IUCN Wolf Specialist Group
Ausgabe 1 März 95

Bemerkungen zur Internet-Ausgabe des EWN nr. 1

Ich habe den "Exchange Market" ausgelassen, da wohl wenig Interesse an Jobs bestehen dürfte, die 1995 angeboten wurden.


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Nächste Ausgabe

Inhalt
Vorwort
(von Christoph Promberger)
Was ist das European Wolf Network?
(von den Herausgebern)
Ankündigung der internationalen Konferenz
"Wölfe UND Menschen 2000"
Symposium im IWC, Minnesota.
Bücher, Broschüren und Merkblätter
Aktuelle Wolf-Ressourcen
Wissenschaftliche Wolfsliteratur
Wissenschaftliche Publikationen
Nachrichten
aus verschiedenen Ländern
Projekte
aus verschiedenen Ländern
Deutschland
Wolf Management Plan

Frankreich
Wölfe kehren in den Mercantour Nationalpark zurück

Italien
Neues Ausgleichszahlungsprogramm für Wolfsangriffe

Kroatien
Wolf Management Plan

Slowakei
Jagdwild

Italien
Populationsbeobachtungen und Gebietsdynamiken
Öko-Pathologie und Genetik

Kroatien
Öffentlichkeitsarbeit

Österreich
Historische Auswertung

Polen
Wolfsökologie

Rumänien
Ökologie und Beutebeziehungen

Slowakei
Wolfsökologie und Herdenschutzhunde

Spanien
Wolfsjagd an Huftieren

 


Vorwort

Liebe Wolfsfreunde,

hier ist sie, die erste Ausgabe des "European Wolf Newsletter". Ein weiteres Wolf-Magazin? Nein, ich glaube es gibt bereits genug davon und wir betreiben Schutz - nicht Geschäfte. Deshalb hat diese Zeitung ein anderes Ziel. Es soll als Werkzeug für all diejenigen dienen, die sich für Wolfsforschung und -schutz einsetzen, nicht nur Informationen bereitstellen, sondern einen Überblick darüber geben, was sich momentan in den verschiedenen Teilen Europas tut. Und Leute näher zusammenzubringen - das Netzwerk schaffen.
Hier in der Wildbiologischen Gemeinschaft München, wo wir das European Wolf Network organisieren, können wir nur als Zentrum dienen. Sie sind ein Glied des Netzwerks und ohne Ihre Beiträge ist kein Netzwerk möglich. Ich weiß daß Sie alle extrem beschäftigt sind und daher nicht in der Lage lange Artikel zu schreiben. Deshalb haben wir diese Zeitung in einer Art und Weise gestaltet, daß es nicht mehr als fünf Minuten Ihrer Zeit in Anspruch nimmt, den Fortschritt Ihres Projektes zusammenzufassen.
Vielen Dank an Barbara Douglas und Carl Willis, die das Englisch korrigieren sowie die Europe Conservation France. Ohne ihre finanzielle und logistische Unterstützung wäre diese Zeitung nicht möglich gewesen. Ich hoffe, Ihnen gefällt diese erste Ausgabe.

Christoph Promberger

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Was ist das "European Wolf Network"?

Alles begann im April 1992. Die Wildbiologische Gemeinschaft München lud Wolfexperten aus 15 verschiedenen europäischen Ländern nach Oberammergau ein. Zum ersten Mal seit 1973 trafen sich Wolfsbiologen aus ganz Europa wieder, um ein Bild von der Situation der Wölfe zu zeichnen. Bestehende Populationen breiteten sich über Grenzen hinweg aus und verteilen sich oft in neue Länder hinein. Es wurde deutlich, daß Wolfsschutz einen internationalen, einen europäischen Ansatz braucht. Die auf dem Symposium Anwesenden einigten sich darauf, eine Plattform dafür zu schaffen - das Europäische Wolf Netzwerk (European Wolf Network). Ein Organisationskomitee wurde gebildet, bestehend aus Luigi Boitani, Jan van Haaften, Boguslaw Bobek, Wolf Schroeder und mir selbst, der ich als Leiter im Vorstand tätig bin.

Als ersten Schritt faßten wir die Arbeit, die wir auf dem Symposium getan hatten, in der "European Wolf Conservation Strategy" zusammen, einer europäischen Wolfsschutz-Strategie. Diese Strategie besteht aus all dem, was die Besucher des Symposiums zum Thema Wolfsschutz für wichtig hielten. Es soll eine Richtlinie für Europa sein, muß allerdings für jedes Land individuell angepaßt werden. Für einige Länder stellte das Symposium überhaupt den Start nationaler Schutzbemühungen dar.

Nun - als zweiten Schritt - war es wichtig, daß wir bekannt wurden. Dank Luigi Boitani und Dave Mech, der ebenfalls von Anfang an an unserem Projekt mitgearbeitet hat, war es möglich, das European Wolf Network als die europäische Untergruppe der IUCN Wolf Specialist Group (einer internationalen Vereinigung von Wolfspezialisten, Anm. d. Übersetzers) einzuführen.

Jetzt hatten wir alles das wir brauchten, um mit unserer Arbeit zu beginnen - natürlich alles außer Geld, das wichtigste Element. Aber Finanzierung ist immer projektspezifisch und Schritt für Schritt wurden zahlreiche Projekte geschaffen. Einige der Projekte, die in der "Projekte" - Sektion dieses Newsletters aufgeführt sind, sind ein Resultat des Netzwerks. In einigen Gebieten wurde die Idee eines europäischen Netzwerks schnell begrüßt. Die kroatische Wolf-Kampagne und das rumänische Projekt sind vielleicht die besten Beispiele.
Viele Leute begannen, um Finanzierung über das Netzwerk zu bitten. Ich glaube dies ist etwas, was das Netzwerk weder tun sollte noch kann. Allerdings ist es einfacher, finanzielle Unterstützung für grenzübergreifende Projekte zu erhalten. Hier kann das Netzwerk nützlich sein.
Wieder andere Leute schrieben und fragten, wie man Mitglied werden könne. Registrierte Mitglieder zu haben erfordert eine offizielle Organisation. Dies wiederum nimmt Zeit in Anspruch, und ich denke es ist besser, die Zeit für Projekte zu verwenden statt für organisatorische Arbeit. Und braucht ein Netzwerk so etwas wirklich? Ist nicht jeder, der sich im Netzwerk einbringt ein Mitglied? Meiner Meinung nach ist das Netzwerk eine Einrichtung die für jegliche geplante Maßnahmen der "European Wolf Conservation Strategy" und des "Manifesto of the IUCN Wolf Specialist Group" genutzt werden kann. Aber es muß von den Leuten der verschiedenen Länder genutzt werden. Hier in der Wildbiologischen Gemeinschaft München tun wir, was wir können. Aber es wäre ineffizient, unsere Energien und Ressourcen zu verschwenden, indem wir jährliche Treffen organisierten oder Mitgliederlisten führten. Vielleicht hilft diese Zeitung zusätzlich, das Netzwerk effizienter zu machen. Ich möchte jeden einladen, sich uns anzuschließen.

Anm.: Auch ich hoffe, daß das Netzwerk weiter verbreitet wird und noch größeren Zuspruch dadurch findet, daß es nun hier im Internet angeboten wird. Es ist viel Arbeit, das Newsletter hier anzubieten (und das auch noch zweisprachig), doch für ein solches Ziel investiere ich gern meine Zeit und versuche, die verfügbaren Ressourcen hier so aktuell wie möglich zu halten. Deshalb liegt es mir sehr am Herzen, daß ich auch Rückmeldungen erhalte damit ich weiß, daß es sich tatsächlich lohnt.

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Ankündigung der internationalen Konferenz "Wölfe UND Menschen 2000"

Das International Wolf Center in Ely, Minnesota USA und die Universität von Minnesota, Duluth Center for Continuing Education & Extension werden "Wölfe UND Menschen 2000: Eine globale Perspektive zur Konfliktbewältigung" zusammen finanzieren. Das Symposium findet in Duluth, Minnesota, USA am 9. bis 12. März 1995 statt. Das Augenmerk des dreitägigen Seminars wird die Wiederherstellung und Wiedereinbürgerung des Wolfs in früheren Lebensräumen sein, Methoden und kontroverse Aspekte der Wolfsregulierung und Wolfsmanagement. Es wird erwartet, daß das Ereignis 500 Wolfs- und Tierbegeisterte anziehen wird, Staatsvertreter, Biologen und Repräsentanten von Umweltorganisationen. Wahlweise ist eine Tour zum International Wolf Center in Ely inbegriffen.

(Continuing Education & Extension, University of Minnesota Duluth, 316 Darland, 10 University Drive, Duluth, MN 55812-2496, USA.
Telefon: USA-218-726-6819
Fax: USA-218-726-6336
E-Mail: merickso@d.umn.edu)


Nachrichten

Deutschland
Wolf Management Plan (Brandenburg)

Der erste europäische Wolfs-Management Plan ist fertiggestellt. Er deckt ein Gebiet von etwa 30.000 km entlang der Deutsch-Polnischen Grenze ab und wurde zusammen mit Jägern und dem Hirtenverband ausgearbeitet. Der Plan, der vom Umweltministerium in Auftrag gegeben wurde und von der Wildbiologischen Gemeinschaft München ausgearbeitet wurde, schlägt eine Dreifach-Strategie für den Umgang mit von Wölfen verursachten Schäden am Viehbestand vor: das Hauptaugenmerk liegt bei der Vorbeugung von Viehschäden, ist aber in einem Ausgleichszahlungssystem integriert und -unter bestimmten Voraussetzungen- auch die Regulierung bestimmter "Problemwölfe". Eine weitere wichtige Tätigkeit des Wolfmanagements ist Schulung. Eine kleine private Organisation, zumindest zum Teil vom Staat mitgegründet, wird für zukünftige Wolfmanagement-Aktionen ins Leben rufen. Dies ist ein neues Modell für Deutschland, wo bisher noch keine richtige Organisation zum Management wildlebender Tiere existiert.

(Christoph Promberger and Doris Hofer, Munich Wildlife Society, Linderhof 2, D-82488 Ettal)

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Frankreich
Wölfe kehren in den Mercantour National Park (Maritim Alpen) zurück

Die erste Sichtung war eine direkte Beobachtung zweier Wölfe am 5. November 1992. Am Ende des folgenden Winters war es offensichtlich, daß zwei oder drei Individuen anhaltend in dem gleichen Gebiet lebten. Im Juli 1993 wurde das Skelett eines Wolfs aus einer Lawine geborgen. Während des Winters 1993/94 wurden mindestens 6 Wölfe verfolgt und beobachtet, die das erste Rudel seit 70 Jahren in Frankreich bildeten. Im Winter 1992/93 und 1993/94 wurden jeweils 22 und 51 Kadaver wilder Beutetiere gefunden. Mindestens 65% dieser Kadaver wurden von Wölfen erlegt. Im Winter war die Hauptbeute das Moufflon-Schaf, eine Spezies die in diesem Teil der Alpen ausgesetzt wurde. Um die 65.000 Hausschafe grasen im Sommer im Park von denen 20.000 in Reichweite der Wölfe sind. 36 Tiere wurden 1993 anscheinend von Wölfen erlegt, wofür 57,200 französische Franc (USD $11000, ca. 19.000 DM) an Schäfer gezahlt wurden. Die Unterscheidung, ob Schafe von Hunden oder tatsächlich von Wölfen erlegt wurden bereitet hierbei Probleme. Im Falle eines Zweifels werden 75% der Entschädigung gezahlt. Diese Entschädigungen werden von einer Organisation namens "Fonds Français pour la Nature et l’Environment" gezahlt. Um die Zahl der von diesem Beutegreifer gerissenen Haustiere abzusenken, finanziert das französische Umweltministerium durch den Mercantour Nationalpark zahlreiche Schutzsysteme für Schäfer, die in den von Wölfen kolonisierten Gebieten arbeiten. Trotzdem ist die Situation schwierig, da Schäfer fast immer den Wolf ablehnen und seine Ausrottung fordern.

(Benoit Lequette and Thierry Houard, Parc National du Mercantour, 23 rue d’Italie, B.P. 316, F-06006 Nice Cedex)

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Italien
Neues Ausgleichszahlungsprogramm für Wolfsangriffe in der Toscana

In Italien gilt der Wolf als eine gesetzlich ganzjährig geschützte Gattung (n. 689/77), und von Wölfen verursachter Schaden an Viehbeständen wird ersetzt. Jede Region in der Wölfe existieren verfügt über ein solches Gesetz. Beim Versuch, das Zahlungsmodell auf den neuesten Stand zu bringen wurde neulich (Juli 1994) in der Toscana ein neues Ausgleichszahlungs-Gesetz verabschiedet (n. 50/94). Die wichtigsten Verbesserungen sind:

(Paolo Ciucci Progetto Lupo Toscana, c/o Rifugio Crocicchio, Parco Naturale dell’Orecchiella, I 55030 Corfino)

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Kroatien
Wolf
Management Plan für Kroatien entworfen

Ein viertägiges Seminar über "Wolfsschutz und Populationskontrolle" wurde von der "Kroatischen Wolfsgruppe" (Croatian Wolf Group) im Risnjak Nationalpark vom 23. bis 27. November 1994 organisiert. Mit der Hilfe von Experten aus 6 Ländern wurde ein Aktionsplan für Wolfsmanagement in Kroatien entworfen. Dem deutschen Modell folgend (Brandenburg) wird die Vorbereitung des Plans Betrachtung öffentlicher Interessengruppen, Auswertungen über Faktoren im Lebensraum (Ökologie, Vieh) und die öffentliche Meinung sowie Seminare für Interessengruppen umfassen. Das Konzept des Plans wird von allen Beteiligten vor seiner Fertigstellung überprüft werden, hoffentlich noch bis Ende 1995. Die zu erwartenden Probleme sind Ausgleichzahlungen für von Wölfen verursachten Schäden an Viehbeständen und Vorbeugungsmaßnahmen, Beschwerden von Jägern über einen Rückgang des Wilds und die Kriterien für Aktionen im Bereich der Wolfskontrolle.

(Djuro Huber, Biology Department, Veterinary Faculty, Heinzelova 55, HR-41000 Zagreb)

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Slowakei
Jagdwild

In der Slowakei ist der Wolf als Jagdwild deklariert mit einer Schonzeit vom 1. März bis 15. September jeden Jahres. Während der Jagdsaison wird der Wolf intensiv bejagt. Die Abschußzahlen der letzten Jahre waren die höchsten in der slowakischen Geschichte (z.B. 152 erlegte Wölfe im Jahre 1992). Da Informationen über den aktuellen Wolfsbestand nicht verfügbar sind besteht die Gefahr, daß durch die exzessive Bejagung die Population ernsthaft verringert wird. Der momentane Fortschritt in der Änderung der Jagdverordnung wird von relativ intensivem Wildern begleitet, was nicht nur die Beutegreifer, sondern auch ihre Nahrungsbasis, die Huftiere, beeinflußt. Die verringerte Anzahl freilebenden Beutewilds zwingt Beutegreifer, sich zu Haustieren hin umzuorientieren. Dies wiederum resultiert in zunehmenden Konflikten zwischen Beutegreifern und Menschen.

(Slavomir Find’o, Forest Research Institute, T.G. Masaryka street 22, SK-96092 Zvolen)

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Projekte

Österreich
Historische Auswertung

In Anbetracht der europäischen Wolfssituation werden in Zukunft möglicherweise Wölfe nach Österreich einwandern. Die Hauptgesichtspunkte dieses Projekts sind:

(Andreas Zedrosser in cooperation with WWF Austria, Ottakringer Str. 114-116, A-1160 Wien)

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Kroatien
Öffentlichkeitsarbeit

Die "Croatian Wolf Group" wurde 1993 gegründet, um Wölfe in Kroatien vor der Ausrottung zu bewahren. Mit der finanziellen Hilfe von Europe Conservation Italy und dem Regionalen Umweltzentrum für Zentral- und Osteuropa und der Unterstützung des European Wolf Network, der IUCN Wolf Specialist Group, dem International Wolf Center und der Gruppo Lupo Italia konnten die folgenden Resultate nach dem ersten Arbeitsjahr erreicht werden:

(Djuro Huber, Biology Department, Veterinary Faculty, Heinzelova 55, HR - 41000 Zagreb.)

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Italien
Populationsbeobachtungen und Gebietsdynamiken

Das Wolfprojekt in Italien wird auf nationaler Ebene durch Überwachung der Population und territorialen Dynamiken und der Bewertung der genetischen Stellung und Identität organisiert und im lokalen Maßstab durch intensive Feldforschung. Durch naturkundliche und radiotelemetrische Verfahren werden Feldstudien in der Toscana durchgeführt, im nördlichen Teil der Apenninen. Eins der Forschungsgebiete, in größerer Höhe der nördlichen Apenninen gelegen, kennzeichnet sich durch große Wälder, ein Mosaik geschützter Gebiete, mögliche Populationen wilder Huftiere, eine niedrige menschliche Populationsdichte und dadurch, daß keine Mülldeponien existieren. Daher unterscheiden sich die ökologischen Bedingungen von denen des zentral-südlichen Teils der Apenninen, wo Wölfe seit jeher studiert wurden. Die Ziele der Feldforschung sind lokale Dynamiken im Wolfsrudel zu erforschen, Ausnutzung des Territoriums und Lebensraums, Nahrungsökologie, die Jagd und das Verhältnis zu wilden Beutetieren als auch Nutzvieh. Die Wirkung auf die Nahrungsmittelindustrie ist in einem anderen Studiengebiet in der Siena Provinz von besonderem Interesse, wo Wölfe in der Vergangenheit das hoch landwirtschaftliche Land bevölkert haben und in engem Kontakt mit Schafen leben, was schwere Verluste verursacht und sozialpolitische Besorgnis hervorruft. Die Forschung hat außerdem das Ziel, die Management-Politik auf den neuesten Stand zu bringen.

(Paolo Ciucci, Progetto Lupo Toscana, c/o Rifugio Crocicchio, Parco Naturale dell’Orecchiella, I-55030 Corfino und Luigi Boitani, Department of Animal and Human Biology , University of Rome , Viale Universita 32, I-00185 Rom).

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Italien
Öko-Pathologie und Genetik (Abruzzen)

Seit 1991 beschäftigt sich das Instituto Zooprofilattico Sperimentale "G. Caporale", in Teramo, Italien mit Wolfstudien in Zentral-Italien. Ziele des Projekts, das aus diesem neuen Interessenfeld erwuchs, sind eine bessere Kenntnis der Öko-Pathologie und der genetischen Struktur dieser Wolfspopulation. Die Ergebnisse sollten zusätzlichen Aufschluß über Schutzpläne sowie dem Management der italienischen Wolfspopulationen geben.
Aspekte des laufenden Forschungsprojekts sind:

(Rosario Fico and Rita Lorentini, Istituto Zooprofilattico Sperimentale dell’Abruzzo e del Molise "G. Caporale". Campo Boario, I-64110 Teramo)

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Polen
Wolfsökologie (Urwald von Bialowieza)

Der Wald von Bialowieza stellt eins der besterhaltensten Wald-Ökosysteme des gemäßigten europäischen Flachlands. Er beherbergt eine fast unberührte Huftierpopulation (fünf Spezies) und große Beutegreifer (Wolf, Luchs). Die Forschung über Wolfsökologie wurde in den späten 80er Jahren begonnen, hauptsächlich durch Auswerten von Schneespuren, Kadavern erlegter Huftiere und Kotanalysen. Die Ernährung von Wölfen wurde erkannt und die Wichtigkeit des Wolfes für die Huftierpopulationen aufgedeckt. Seit 1994 wird Telemetrie eingesetz, um traditionellere Methoden der Feldforschung zu unterstützen. Ziele der Forschung umfassen:

(Henryk Okarma und Wlodzimierz Jedrzejewski, Mammal Research Institute, Polish Academy of Sciences, PL-17-230 Bialowieza)

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Rumänien
Ökologie und Beutebeziehungen (Rumänische Karpaten)

In einem 3.000 km² großen Gebiet an der Biegung der rumänischen Karpaten wurde im Winter 1993/94 ein Forschungsprojekt über Wolfsökologie und Beutebeziehungen initiiert. Ziele des Projekts sind, Kenntnis über grundlegende ökologische Parameter zu erlangen sowie über den Einfluß des Menschen auf den Wolf. Wir planen bis zu 20 Wölfe pro Jahr lebend zu fangen und sie mit Telemetrie-Halsbändern auszustatten. Die notwendigen Daten werden durch Bodentelemetrie sowie telemetrische Messungen von dem Flugzeug aus gesammelt, durch Schneespurenverfolgung mit Telemetriehalsbändern versehener Wölfe über sechs Monate hinweg, Analyse auf der Jagd erlegter Wolfkadaver und intensive Beobachtungen während des Sommers in Gebieten mit hohen Nutzviehverlusten. Im August 1994 konnten die ersten beiden Wölfe gefangen werden. Ein zwei Jahre altes Weibchen wurde mit einem Sender ausgestattet und ein Welpe wurde ohne Halsband entlassen. Die Studien werden voraussichtlich mindestens fünf Jahre andauern.

(Christoph Promberger, Munich Wildlife Society, Linderhof 2, 82488 Ettal, und Ovidiu Ionescu, Wildlife Research Laboratory, I.C.A.S. Bucuresti, Sos. Stefanesti 128, RO-Bucharest.)

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Slowakei
Wolfsökologie und Herdenschutzhunde (Slowakische Karpaten)

Ein fünf-Jahre-Projekt über Wolfsökologie und Renovierung von Herdenschutzhunde-Management wurde initiiert und unterstüzt von der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe (GzSdW) in Kooperation mit der Universität von Calgary, Kanada, Hampshire College, USA und dem Wald-Forschungsinstitut (Forest Research Institute) in der Slowakei und startete im Frühjahr 1994. Zu Beginn wurden die Forschungsarbeiten auf zwei Gebiete konzentriert, den Tatra Nationalpark (450 km², Wölfe sind das ganze Jahr über unter Schutz gestellt) und die Cergov-Berge (200 km²), die als Jagdgebiet erklärt sind. Ziel des Projekts ist die Erlangung von Kenntnissen über generelle Biologie, ökologische Parameter in geschützten und gemanageten Wolfspopulationen zu vergleichen und den Schaden an Nutzvieh mit Hilfe von einheimischen Herdenschutzhunden zu reduzieren, was momentan aus Tradition nicht getan wird. Im Juli 1994 wurde der erste Wolf gefangen und mit einem Sender ausgestattet. 1995 wird das Studium mit Fallenstellen, Telemetrie, Kotanalysen und Schulungen über Herdenschutzhunde fortgesetzt.

(Slavomir Find'o, Forest Research Institute, Masarykova 22, SK 96092 Zvolen, und Günther Bloch, Gesellschaft zum Schutz der Wölfe, Von-Goldstein-Str. 1, D-53902 Bad Münstereifel)

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Spanien
Wolfsjagd an Huftieren (Kantabrisches Gebirge)

Seit 1987 wird das Ansteigen der spanischen Wolfspopulation in einem Massiv des Kantabrischen Gebirges beobachtet. Die sehr ergiebige Vegetation erhält eine hohe Dichte großer Huftiere in der Region. Es werden Informationen über die Aktivität vierer Wolfsrudel (ungefähr 20 Wölfe) in einem 500 km² großen Studiengebiet erfaßt. Wölfe bejagen größtenteils wildlebende Huftiere im Winter und Nutzvieh im Sommer. Die im Winter geschlagene Beute ist die Hauptnahrung für den Wolf. Rothirsche wurden für mindestens zwei Rudel in einem 50 km² umfassenden Untergebiet zu dieser Hauptbeute für den Winter.
Nach einem fünf Jahre anhaltenden Rückgang der Rothirschpopulation (1988-93) schien sie sich wieder zu stabilisieren. Der erste Schritt dieser Studie beschäftigt sich mit der Analyse demographischer Daten der Rothirsche (Populationsdichte und -struktur). Des weiteren verändert die Anwesenheit von Nutzvieh die Beuteverteilung und veranlaßt die Rudel zu hoher lokaler Bejagung domestizierter als auch wildlebender Huftiere. Nach einer siebenjährigen Beobachtungszeit wurde nun ein erstes Referat für die E.P.H.E. (Montpellier, Frankreich) vorbereitet. Diese Arbeit ist immer noch im Gange und weitere Ergebnisse werden in der Zukunft veröffentlicht werden.

(Vincent Vignon, OGE, 42 rue gambetta, F-77400 Lagny-sur-Marne)

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Bücher, Broschüren und Merkblätter

 

Französische Veröffentlichungen

Le Loup - il est revenu (Der Wolf - er ist zurück). Nur in Französisch erhältlich, angefertigt von Parc National du Mercantour, 23 rue d'Italie, 06006 Nice Cedex 1, Frankreich). Merkblatt, das sich an Touristen und Schäfer wendet. Beinhaltet Informationen über Verbreitung, natürliche Wiedereinbürgerung, Ansprüche an den Lebensraum, Sozial- und Paarungsverhalten, Nahrungs-Habitate, Bedrohungen für Menschen und wildlebende Tiere und eine Beschreibung des Tieres.

Wolf Biology, Behaviour and Cohabitation With Man (Wolfsbiologie, -verhalten und Zusammenleben mit Menschen. Nur in Französisch verfügbar, angefertigt von Societé nationale de protection de la nature, 557 rue Cuvier, BP 405, 75221 Paris Cedex 05, Frankreich). Eine Broschüre über Wolfsbiologie und Anpassung an von Menschen verursachten Veränderungen. Diese Broschüre richtet sich an die breite Öffentlichkeit und zielt auf eine Verbesserung des Wolfsbildes ab. Außerdem arbeitet die S.N.P.N. an einem Merkblatt über die Probleme des Wolfsschutzes in Gegenden mit Viehhaltung. Dieses Merkblatt ist für Schafhirten gedacht, die bereits beträchtliche Viehverluste erleiden mußten.

 

Deutsche Veröffentlichungen

Auf der Spur der Wölfe (Trail of the Wolf. Auch Verfügbar in Englisch, von R.D. Lawrence). Ein Buch über allgemeine Ökologie des Wolfes und seine Beziehung zu Menschen. Die Informationen sind nicht auf dem neuesten Stand. Dem gesamten Kapitel "Verbreitung des Wolfes" fehlt es an aktuellen Informationen, stellt den Kenntnisstand der frühen achziger Jahre dar und ist teilweise falsch. Die Bilder jedoch sind großartig.

Der Wolf im deutsch-polnischen Grenzgebiet (The Wolf in the German-Polish Border Area. Nur in Deutsch erhältlich, produziert von der Wildbiologischen Gemeinschaft München, Linderhof 2, 82488 Ettal, Deutschland). Ein Merkblatt, das sich an Schafhirten und Jäger richtet. Es beinhaltet Informationen über die Stellung und Verbreitung des Wolfes in der deutsch-polnischen Grenzregion, Bedrohungen für Menschen und Vieh, Einfluß auf Huftiere und Unterscheidungsmerkmalen zwischen Wölfen und streunenden Hunden.

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Wissenschaftliche Wolfsliteratur (1994)

Boyd, D.K., R.R. Ream, D.H. Pletscher und M.W. Fairchild. 1994. Prey taken by colonizing wolves and hunters in the Glacier National Park area (Beuteverluste durch die Einführung von Wölfen und Jägern im Glacier Nationalpark-Gebiet).
J. Wildl. Manage. 58(2):289-295. (Trail Creek, Polebridg, MT 59928, USA)

Coscia, E.M. 1993. Swimming and aquatic play by timer wolf, Canis Lupus, pups. (Schwimmen und Spiele im Wasser von Timberwolf-Welpen (Canis Lupus)).
Can. Field Nat. 107(3):361-362. (Canadian Cent. Wolf Res. & Dep. Psychol., Dalhousie Univ., Halifax, NS, B3H 4J1, Canada)

Dale, B.W., L.G. Adams und R.T. Bowyer. 1994. Functional response of wolves preying on barren-ground caribou in a multiple-prey ecosystem.
Journal of Animal Ecology (63):644-652. (National Park Service - Alaska Region, 2525 Gambell Street, Anchorage AK 99503, USA)

Derix, R.R. W.M. 1994. The Social Organization of Wolves and African Wild Dogs. (Die soziale Organisation von Wölfen und afrikanischen Wildhunden).
PhD Thesis, Universität von Utrecht, Niederlande. (Dhr. R.R. W.M. Derix, Gabriel Metsustraat 65, 3583 ES Utrecht, Niederlande)

Fritts, S.H., E.E. Bangs, J.F. Gore. 1994. The relationship of wolf recovery to habitat conservation and biodiversity in the northwestern United States. (Das Verhältnis zwischen der Wiedereingliederung des Wolfes und Landschaftsschutz und der biologischen Vielfalt der nordwestlichen USA.)
Landscape and Urban Planning, 28:23-32. (US Gish and Wildlife Service, Ecological Services, 100 N. Park, Suite 320, Helena, MT 59601, USA)

Huber, D., B. Radlisic, D. Novosel und A. Frkovic. 1994. Istrazivanja javnog mnijenja o vukovima u Hrvatskoj (Survey of public attitude towards wolves in Croatia / Untersuchungen über die öffentliche Meinung über Wölfe in Kroatien).
Croatian with English summary.
Sumarski list CXVIII 1994: 167-172. (Biol. Dep. Vet. Fac. Univ. of Zagreb, Heinzelova 55, 41000 Zagreb, Croatia)

Roy, M.S., E. Geffen, D. Smith, E.A. Ostrander und R.K. Wayne. 1994. Patterns of differentiation and hybidization in North American wolflike canids, revealed by analysis of microstellite loci.
Mol. Biol. Evol. 11(4):553-570. (Inst. Zool., Zool. Soc. London, Regent's Park, London NW1 4RY, England)

Thurber, J.M., R.O. Peterson, R.D. Drummer, S.A. Thomasma. 1994. Gray wolf response to refuge boundaries and roads in Alaska. (Reaktion der Grauwölfe auf Zufluchtsbereiche und Straßen in Alaska).
Wildl. Soc. Bull. 22:61-68. (Ottawa National Forest, 801 Adams, Iron River, MI 49935, USA)

Vila, C., V. Urios und J. Castorviejo. 1994. Use of faeces for scent marking in Iberian wolves (Canis lupus). (Verwendung von Kot zur Geruchsmarkierung bei Iberischen Wölfen (Canis Lupus).
Can. J. Zool. 72(2):374-377. (Estac. Biol. Donana, Consejo Superior Invest. Cient., Apdo. 1056, 41080 Sevilla, Spanien)

Jedrzejewski, B., H. Okarma, W. Jedrezejewska und L. Milkowski. 1994. Effects of exploitation and protection on forest structure, ungulate density and wolf predation in Bialowieza Primeval Forest, Poland. (Auswirkungen von Ausbeutung und Schutz auf die Waldstruktur, Huftier-Dichte und das Jagdverhalten von Wölfen im Urwald von Bialowieza, Polen)
J. Appl. Ecol. 31:664-676. (Mammal Research Station, Polish Academy of Science, 17-230 Bialowieza, Polen)

Piechocki, R. 1994. Who's afraid of the wandering wolf? (Wer hat Angst vorm umherschweifenden Wolf?)
New Scientist 142:19-21.

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